Nachdem jetzt geradezu eine Lawine an euphorischen Berichten aus dem RCG-Thread zu dem Kleinen RC eye ONE (klick-klick) über mich hereingebrochen ist, mußte ich den auch einmal unter die Lupe nehmen.
Ärgerlich ist daß der hier in deutschen Landen unter dem Reely Label als MC120 vermarktete RC eye ONE einen ganzen Zehner teurer als in den Staaten ist, und das auch noch in Euro. Beim aktuellen Kurs kostet der drüben ca. 54€, hierzulande fast 80€
Immerhin gibt es den MC120 nicht nur bei den Triaden, sondern auch über amazon von SMDV versandkostenfrei. (klick-klick) Das relativiert den Preisunterschied zu den USA halbwegs, da der Versand und Zoll hinzukämen und die übliche Gewährleistung etwas bescheidener ausfallen dürfte.
Gewünscht hatte ich mir einen kompatiblen Sender, aber das ist mal wieder nichts. Sogar die Reely Version unterscheidet sich von dem RC eye in der Frequenz. Und die ist nicht wie mittlerweile üblich 2,4GHz, sondern hat für heutige Zeiten "schräge" 433MHz
Angeblich arbeitet man bei RC eye sowohl an einem Adaptermodul um beliebige Sender verwenden zu können, als auch an einem eigenen 2.4GHz Sender. Das könnte für eine Reichweitenerhöhung sorgen.
Das finde ich deshalb so interessant, weil dieser nano dermaßen stabil fliegt wie man es sonst nur von den großen Quadcopter Setups für FPV gewohnt ist. Es scheint so daß genug Power da ist, um auch etwas Nutzlast mitführen zu können. Keycam war überhaupt kein Problem!
Was haben wir im Karton?
Lieferumfang:
- 433MHz Sender im Playstation Controller Look
- 1 Paar AAA Batterien
- MC120 Quadcopter
- 1 Satz mit 4 Reservepropellern
- Wespenhaube
- schwarze Customhaube für Eigenkreationen
- 5V USB Ladestick
- 350mAh LiPo JST 4fach Anschluß
- Anleitung
Technische Daten:
- 3 Achsen Gyro
- Motorabstand diagonal: 122mm
- Motortyp: 24x14/16mm coreless
- Propeller: 8,5x120mm 0,7g
- Ausleger: 8mm Plastikhülse
- Flugzeit: 6-10min
- Ladedauer: 40min
- Reichweite: ca. 40m
- Gewicht ohne LiPo: 59g
- 2s LiPo 7,4V 350mAh 10C ca. 18,5g
Erster Eindruck:
Hier ist nichts wie man es von den micros und nanos die man so kennt gewohnt ist. Das fängt beim zusammengeschalteten LiPo-Doppelpack an und hört beim Sender nicht auf.
Es scheint als wären hier viele bekannte Dinge aufgenommen und in abgewandelter Form zum Einsatz gekommen. Sicher hat das zu Verbesserungen geführt, wobei die offensichtlichste im stabilen Flugverhalten zu finden ist.
Wenn man nur die Ladybird und mQX sowie deren Nachbauten gewohnt ist, macht sich schnell ein breites Grinsen breit. Ich bin ja schon recht begeistert bei meinem Clonezoo unterwegs, aber so unkompliziert ließ sich bisher kein einziger inklusive der Originale fliegen. Wenn man es noch nie erlebt hat, wenn es in Berichten heißt "Wie auf Schienen", der darf das hier erleben.
Die FC ist umschaltbar grün - anfänger, orange - normal, rot - sport
Schade daß die drei Modi, die vom Anfänger bis zum Sportmodus reichen, nur direkt am Fluggerät und nicht aus der Ferne via Sender umgeschaltet werden können. Manchmal wäre es nett widrigen Bedingungen mit Hilfe der eingebauten Sensoren zu trotzen, um bei erreichen der Aktionshöhe vom Boden aus in den Profimodus ohne elektronische Unterstützung schalten zu können. Leider habe ich es nicht geschafft mit dem Quad zu flippen. Es sind auch keine Taster vorgesehen um einen Flip automatisiert zu triggern, wie das bei manchen der Kleinen die im Umlauf sind der Fall ist.
Die Tasten am Sender mit denen sich der MC120 kalibrieren läßt, liegen recht nahe bei einander. Kalibrieren sollte man also eher in Bodennähe, um alles im Blick zu halten. Aber es gibt da noch was:
Angenehm finde ich die Möglichkeit eine Kalibrierung auch nach anstecken der Batterie zu erzwingen. Es gibt ein Dokument dazu in dem der Vorgang beschrieben wird.
Die Füße sind Halterungen für die Motore und federn leicht ein um so die Schockwirkung bei harten Landungen zu dämpfen.
Fazit:
Ich denke mit seinen ausgezeichneten Flugeigenschaften und der Fähigkeit begrenzt Lasten zu tragen stellt der MC120 eine ausgezeichnete Plattform für Immersionsflug im nano Lager dar. Ich kann mir zur Zeit keine bessere Basis zum Kameragestützten fliegen in dieser Größe vorstellen. Klarer Kritikpunkt ist die knappe Reichweite, die erst in Zukunft eventuell mit dem Sendemodul für den Trainerport (?) oder einer eigenen 2.4GHz Sendeanlage besser werden dürfte.
Zuletzt bearbeitet: