So Männers!
Ich mach mal wieder ein Update.
Mittlerweile sind einige Bestellungen aus China bei mir eingetrudelt.
Mein nächstes größeres Update ist der Umbau der Y und X Achse auf Linearschienen.
Beim CR-10 gestaltet sich das relativ einfach für die Y Achse.
Für die unter euch die auch sowas planen hier mal eine kleine Aufstellung der Komponenten für die Y Achse, da ich diese gerade auch am umbauen bin.
Folgendes Material braucht ihr für Y:
- 2 x 2020 T Nut Profil 460 mm Lang
- 4 x Eckverbinder (für die Aluprofile)
- 2 x Linearschienen 500 mm
- 4 x MGN12H Wagen
- M3 Schrauben
- Nutensteine M3
- Lithiumverseiftes Fett (NLGI 0 / 1)
- Isopropanol
- Bremsenreiniger
- 10 / 12 mm Spacer (Selbst drucken)
- Werkzeug!
- Idealerweise eine magnetische Schale
Der größte mechanische Knackpunkt bei diesem Umbau sind meiner Meinung nach die Linearschiennen. Die gibt es in allen möglichen Qualitätsstufen. Angefangen von günstigen China Schienen, bessere HiWin Schienen, bis hin zu sehr teuren Bosch Rexroth Schienen. Da wir ja aber alle einen Hang zum Masochismus haben, als Modellbauer, wird wahrscheinlich fast jeder auf die günstigen China Schienen zurückgreifen. Da fängt dann der Spaß an!
Es gibt ja jede Menge Tutorials auf Youtube wie man diese Schienen "optimieren" kann. Hier mal meine Erfahrung zu dem ganzen Drama. Ich habe bei dem Umbau jetzt ein wenig Zeit gehabt und direkt ein wenig mit den Schienen experimentiert. Daraus resultierend habe ich direkt mal ein paar Tipps, die ich auch gerne vorab gehabt hätte.
Hier ein paar Aussagen die ich in Youtube von einigen "erfahrenen" Bastlern gehört habe und meine Erfahrung dazu.
1) Aussage von YT: Standardkugeln bei den MGN12H Wagen sind 2,381 mm.
Verabschiedet euch von dem Gedanken das die Chinesen da wirklich überall 2,381 mm Kugeln eingebaut haben. Mir sind beim Bau direkt mal 2 Wagen runtergefallen (ich war einfach blöd). So schlau wie ich war habe ich natürlich vorab Ersatzkugeln gekauft, da ich mir dachte sowas kann ja passieren. Habe also direkt den Wagen mit den fehlenden Kugeln bestückt, gefettet, auf die Schiene gechoben und gemerkt das die Dinger auf einmal stocken. Erst habe ich mir Gedanken gemacht, das beim runterfallen da irgendwas kaputt gegangen ist, was aber eigentlich fast unmöglich ist. Nachdem ich mit @Yamie ein wenig gequatscht habe und sein Kollege auch solche Probleme hatte, hat es mir keine Ruhe gelassen und ich habe experimentiert. Darauf hin habe ich erstmal 400 Kugeln bestellt und die 2 Wagen die heruntergefallen sind, neu bestückt und auf die Schiene geschoben. Jetzt hat der Wagen zwar nicht mehr gestockt, aber er hat ein deutlich höheren Widerstand beim verfahren auf der Schiene. Das lies mir natürlich auch keine Ruhe und ich habe einfach andere Schienen ausprobiert mit dem "fast" gleichen Ergebnis. Schlussendlich habe ich dann eine digitale Bügelmessschraube geholt und mal die Kugeln vermessen. Siehe da die China Kugeln waren nicht 2,381 mm sondern 2,377 mm. Dadurch das sich natürlich der Durchmesser der Kugel ändert, verändert sich auch der Widerstand auf der Schiene.
2) Aussage von YT: Auf den China Wagen sind ab und zu Zahlen wie -2 oder ähnliches die aber nichts zu sagen haben.
Das stimmt nicht wirklich. Nach der Kugelapokalypse habe ich nun Blut geleckt und wollte es wissen, also habe ich mir einen Wagen geschnappt mit den Aufschriften -2 und -4. Im Endeffekt haben die Kugeln bei diesen Wagen -2 / -4 tausendstel Untermaß zu den Standardkugeln. Die Wagen werden mit diesen Kugeln bestückt, das sie wenigstens noch halbwegs vernünftig auf den Schienen laufen. Man muss hier natürlich immer im Kopf haben das so ein Wagen 1/4 von einem HiWin Wagen kostetet und 1/10 von einem Bosch Rexroth.
3) Aussage von YT: Die Wagen und Schienen gehören geölt, wegen der besseren Viskosität.
Neeeeeeeeeeeeein! Linearschienen sowie die Wagen gehören nicht geölt sondern gefettet! Es gibt gerade für solche Arten von Führungen Fette mit der Viskosität NLGI (National Lubricating Grease Institute) 0 und 1. Diese sind extra ausgelegt für solche Anwendungen. Öle haben auf einer Linearführung nichts zu suchen.
Bild von meinem Fett:
4) Aussage von YT: Die Schienen sind Meterware und sind alle gleich.
Leider kann ich auch das nicht bestätigen. Ich habe hier defintiv Schienen auf die ich keinen Wagen von einem anderen Hersteller draufbekomme. Das heißt wenn ihr euch Wagen zusätzlich kauft, kann es wirklich vorkommen das diese auf der Schiene nicht funktionieren. Ihr könnt dann natürlich kleinere Kugeln einbauen, aber das ist dann mehr "probieren" anstatt zu Wissen das es funktioniert.
Nun zum idealen Vorgang zum optimieren der Linearführungen:
Ich habe bevor ich überhaupt irgendwas verbaut habe, alle Teile gereinigt.
Die Schiene mit Isopropanol abgewischt und in den Nuten den Dreck entfernt. Danach habe ich die Wagen komplett zerlegt und in Isopropanol eingelegt. Ihr werdet echt blöd schauen wenn ihr seht was für ein Dreck da rauskommt. In den Kanälen des Wagens sind sehr oft härtere Verkrustungen, die ich dann nochmal mit Bremsenreiniger geflutet habe. Bitte nicht das Plastik mit Bremsenreiniger reinigen, das sollte nur im Isopropanol liegen. Tut euch auch einen Gefallen und kauft, wenn ihr nicht schon eine habt, eine magnetische Schale. Falls euch Kugeln runterfallen ist es fast unmöglich die wieder zu finden. Ich weiß wovon ich Rede, ich bin sehr lange auf den Knien in der Küche rumgerutscht und habe sie gesucht. Nach dem reinigen solltet ihr dann Fett in die Wagen injizieren. Dazu haben die Wagen an den Seiten kleine Löcher die als Schmiernuten fungieren. Ich habe das ganze mit einer Spritze mit stumpfer Kanüle gemacht. Klappt prima! Nun noch in die Laufbahnen der Schienen ein wenig Fett und schon seid ihr fertig.
Ab hier dann der Aufbau (noch nicht fertig):
Ich habe die Schienen dann mit den 460mm 2020 Profil verschraubt. 460mm ist genau das Innenmaß vom untern Rahmen des CR-10 somit passen diese Plug n' Play hinein.
Beim verschrauben habe ich dann allerdings gemerkt, das der Abstand zur Aufnahmeplatte des Heizbettes ein wenig zu groß ist. Darauf hin habe ich den Drucker nun wieder zurückgebaut und mir Abstandshalter in Fusion gezeichnet um den Abstand auszugleichen. Darum hab ich in der Komponentenliste oben auch noch 10 - 12 mm Spacer drin stehen, da ich noch nicht weiß welcher am besten funktioniert.
Nachdem ich den Drucker dann zurück gebaut hatte und die Spacer endlich fertig gedruckt waren, habe ich direkt versucht sie einzubauen. Dafür habe ich mir dann die nötigen Abstände auf die originale Aufnahmeplatte mit einem Parallelreißer übernommen. Das ganze dann gebohrt, gesenkt und wieder eingebaut. Die Platte samt Spacer sah dann so aus:
Was soll ich sagen, bis hier hin sah alles super aus und hat auch einigermaßen gut funktioniert. Schlussendlich kam dann aber nun der Gau, auf den ich erstmal nicht vorbereitet war.
Das Problem ist eigentlich auch schnell mit einem Wort beschrieben: Genauigkeit
Was meine ich nun damit?
Da ich nun versucht habe die Wagen mit den Spacern (um auf die richtige Z Höhe zu kommen) gegen die Platte zu verschrauben, sind plötzlich die Wagen auf den Linearschienen extrem schwergängig gelaufen. Warum ist das so? Da wir hier bei Linearführungen von tausendstel Toleranzen reden muss natürlich alles dementsprechend genau ausgerichtet sein. Das Problem war einfach das ich über 4 Schrauben eine Seite des Wagens ein wenig mehr gegen die Platte gezogen habe, als die andere. Somit liegen dann die Kugeln deutlich strammer an der Schiene und das ganze System wird schwergängig. Ich habe in der Zeit wirklich alles versucht und das ganze Gestell dann mit einer Maschinenwasserwaage samt Schweißtisch versucht neu auszurichten, allerdings kam ich auf keinen grünen Zweig. @Yamie hatte mir schon prophezeit das es mit 2 Wagen pro Schiene verdammt schwierig wird das ganze sauber auszurichten. Genau das hat allerdings meinen Ehrgeiz geweckt. Da ich erstmal von den vielleicht unsauber gedruckten Spacern ausging, habe ich mir hier Ersatz besorgt / gebaut. Ich habe einen Bekannten angerufen der noch hochfestes 10 mm Alu rumliegen hatte. Daraus hab ich mir dann Adapter gebaut, diese vermessen und eingebaut.
Wie manche wahrscheinlich vermuten hat das genau so wenig funktioniert. Über 4 Schrauben das ganze anzuziehen ist verdammt fummelig und bedarf eigentlich mehr als meine Hobbywerkstatt Daheim hergibt. Da ich auch keine Lust hatte bei uns in der Firma mir die Spacer bauen zu lassen kam mir eine andere Idee.
Ich könnte ja die Spacer mit den Wagen verschrauben und die Platte relativ locker mit einer m5 Schraube im Spacer befestigen. Somit würde ich das Risiko minimieren das ich irgendwie die Platte gegen den Wagen verspanne. Gesagt getan ein M5 Gewinde eingeschnitten und zusätzlich noch ein Gummiring unter die Schraube gelegt sowie 2 Gewindegänge Loctite. Siehe da, es hat funktioniert.
Zusätzlich hab ich schnell noch eine zweite Z Achse eingebaut um auf den X Achsen Linear Mod vorzubereiten.
Fazit:
Im nachhinein muss ich sagen, ich würde das ganze nicht mehr mit 2 Wagen pro Seite machen.
Der Aufwand ist einfach riesig und wahrscheinlich hätte einer völlig ausgereicht und ich hätte wahrscheinlich auch die Probleme mit den verspannten Wagen umgangen.
Dennoch der Drucker ist nun deutlich leiser auf der Y Achse und fährt natürlich auch Stabiler von A nach B.
Ich mach mal wieder ein Update.
Mittlerweile sind einige Bestellungen aus China bei mir eingetrudelt.
Mein nächstes größeres Update ist der Umbau der Y und X Achse auf Linearschienen.
Beim CR-10 gestaltet sich das relativ einfach für die Y Achse.
Für die unter euch die auch sowas planen hier mal eine kleine Aufstellung der Komponenten für die Y Achse, da ich diese gerade auch am umbauen bin.
Folgendes Material braucht ihr für Y:
- 2 x 2020 T Nut Profil 460 mm Lang
- 4 x Eckverbinder (für die Aluprofile)
- 2 x Linearschienen 500 mm
- 4 x MGN12H Wagen
- M3 Schrauben
- Nutensteine M3
- Lithiumverseiftes Fett (NLGI 0 / 1)
- Isopropanol
- Bremsenreiniger
- 10 / 12 mm Spacer (Selbst drucken)
- Werkzeug!
- Idealerweise eine magnetische Schale
Der größte mechanische Knackpunkt bei diesem Umbau sind meiner Meinung nach die Linearschiennen. Die gibt es in allen möglichen Qualitätsstufen. Angefangen von günstigen China Schienen, bessere HiWin Schienen, bis hin zu sehr teuren Bosch Rexroth Schienen. Da wir ja aber alle einen Hang zum Masochismus haben, als Modellbauer, wird wahrscheinlich fast jeder auf die günstigen China Schienen zurückgreifen. Da fängt dann der Spaß an!
Es gibt ja jede Menge Tutorials auf Youtube wie man diese Schienen "optimieren" kann. Hier mal meine Erfahrung zu dem ganzen Drama. Ich habe bei dem Umbau jetzt ein wenig Zeit gehabt und direkt ein wenig mit den Schienen experimentiert. Daraus resultierend habe ich direkt mal ein paar Tipps, die ich auch gerne vorab gehabt hätte.
Hier ein paar Aussagen die ich in Youtube von einigen "erfahrenen" Bastlern gehört habe und meine Erfahrung dazu.
1) Aussage von YT: Standardkugeln bei den MGN12H Wagen sind 2,381 mm.
Verabschiedet euch von dem Gedanken das die Chinesen da wirklich überall 2,381 mm Kugeln eingebaut haben. Mir sind beim Bau direkt mal 2 Wagen runtergefallen (ich war einfach blöd). So schlau wie ich war habe ich natürlich vorab Ersatzkugeln gekauft, da ich mir dachte sowas kann ja passieren. Habe also direkt den Wagen mit den fehlenden Kugeln bestückt, gefettet, auf die Schiene gechoben und gemerkt das die Dinger auf einmal stocken. Erst habe ich mir Gedanken gemacht, das beim runterfallen da irgendwas kaputt gegangen ist, was aber eigentlich fast unmöglich ist. Nachdem ich mit @Yamie ein wenig gequatscht habe und sein Kollege auch solche Probleme hatte, hat es mir keine Ruhe gelassen und ich habe experimentiert. Darauf hin habe ich erstmal 400 Kugeln bestellt und die 2 Wagen die heruntergefallen sind, neu bestückt und auf die Schiene geschoben. Jetzt hat der Wagen zwar nicht mehr gestockt, aber er hat ein deutlich höheren Widerstand beim verfahren auf der Schiene. Das lies mir natürlich auch keine Ruhe und ich habe einfach andere Schienen ausprobiert mit dem "fast" gleichen Ergebnis. Schlussendlich habe ich dann eine digitale Bügelmessschraube geholt und mal die Kugeln vermessen. Siehe da die China Kugeln waren nicht 2,381 mm sondern 2,377 mm. Dadurch das sich natürlich der Durchmesser der Kugel ändert, verändert sich auch der Widerstand auf der Schiene.
2) Aussage von YT: Auf den China Wagen sind ab und zu Zahlen wie -2 oder ähnliches die aber nichts zu sagen haben.
Das stimmt nicht wirklich. Nach der Kugelapokalypse habe ich nun Blut geleckt und wollte es wissen, also habe ich mir einen Wagen geschnappt mit den Aufschriften -2 und -4. Im Endeffekt haben die Kugeln bei diesen Wagen -2 / -4 tausendstel Untermaß zu den Standardkugeln. Die Wagen werden mit diesen Kugeln bestückt, das sie wenigstens noch halbwegs vernünftig auf den Schienen laufen. Man muss hier natürlich immer im Kopf haben das so ein Wagen 1/4 von einem HiWin Wagen kostetet und 1/10 von einem Bosch Rexroth.
3) Aussage von YT: Die Wagen und Schienen gehören geölt, wegen der besseren Viskosität.
Neeeeeeeeeeeeein! Linearschienen sowie die Wagen gehören nicht geölt sondern gefettet! Es gibt gerade für solche Arten von Führungen Fette mit der Viskosität NLGI (National Lubricating Grease Institute) 0 und 1. Diese sind extra ausgelegt für solche Anwendungen. Öle haben auf einer Linearführung nichts zu suchen.
Bild von meinem Fett:
4) Aussage von YT: Die Schienen sind Meterware und sind alle gleich.
Leider kann ich auch das nicht bestätigen. Ich habe hier defintiv Schienen auf die ich keinen Wagen von einem anderen Hersteller draufbekomme. Das heißt wenn ihr euch Wagen zusätzlich kauft, kann es wirklich vorkommen das diese auf der Schiene nicht funktionieren. Ihr könnt dann natürlich kleinere Kugeln einbauen, aber das ist dann mehr "probieren" anstatt zu Wissen das es funktioniert.
Nun zum idealen Vorgang zum optimieren der Linearführungen:
Ich habe bevor ich überhaupt irgendwas verbaut habe, alle Teile gereinigt.
Die Schiene mit Isopropanol abgewischt und in den Nuten den Dreck entfernt. Danach habe ich die Wagen komplett zerlegt und in Isopropanol eingelegt. Ihr werdet echt blöd schauen wenn ihr seht was für ein Dreck da rauskommt. In den Kanälen des Wagens sind sehr oft härtere Verkrustungen, die ich dann nochmal mit Bremsenreiniger geflutet habe. Bitte nicht das Plastik mit Bremsenreiniger reinigen, das sollte nur im Isopropanol liegen. Tut euch auch einen Gefallen und kauft, wenn ihr nicht schon eine habt, eine magnetische Schale. Falls euch Kugeln runterfallen ist es fast unmöglich die wieder zu finden. Ich weiß wovon ich Rede, ich bin sehr lange auf den Knien in der Küche rumgerutscht und habe sie gesucht. Nach dem reinigen solltet ihr dann Fett in die Wagen injizieren. Dazu haben die Wagen an den Seiten kleine Löcher die als Schmiernuten fungieren. Ich habe das ganze mit einer Spritze mit stumpfer Kanüle gemacht. Klappt prima! Nun noch in die Laufbahnen der Schienen ein wenig Fett und schon seid ihr fertig.
Ab hier dann der Aufbau (noch nicht fertig):
Ich habe die Schienen dann mit den 460mm 2020 Profil verschraubt. 460mm ist genau das Innenmaß vom untern Rahmen des CR-10 somit passen diese Plug n' Play hinein.
Beim verschrauben habe ich dann allerdings gemerkt, das der Abstand zur Aufnahmeplatte des Heizbettes ein wenig zu groß ist. Darauf hin habe ich den Drucker nun wieder zurückgebaut und mir Abstandshalter in Fusion gezeichnet um den Abstand auszugleichen. Darum hab ich in der Komponentenliste oben auch noch 10 - 12 mm Spacer drin stehen, da ich noch nicht weiß welcher am besten funktioniert.
Nachdem ich den Drucker dann zurück gebaut hatte und die Spacer endlich fertig gedruckt waren, habe ich direkt versucht sie einzubauen. Dafür habe ich mir dann die nötigen Abstände auf die originale Aufnahmeplatte mit einem Parallelreißer übernommen. Das ganze dann gebohrt, gesenkt und wieder eingebaut. Die Platte samt Spacer sah dann so aus:
Was soll ich sagen, bis hier hin sah alles super aus und hat auch einigermaßen gut funktioniert. Schlussendlich kam dann aber nun der Gau, auf den ich erstmal nicht vorbereitet war.
Das Problem ist eigentlich auch schnell mit einem Wort beschrieben: Genauigkeit
Was meine ich nun damit?
Da ich nun versucht habe die Wagen mit den Spacern (um auf die richtige Z Höhe zu kommen) gegen die Platte zu verschrauben, sind plötzlich die Wagen auf den Linearschienen extrem schwergängig gelaufen. Warum ist das so? Da wir hier bei Linearführungen von tausendstel Toleranzen reden muss natürlich alles dementsprechend genau ausgerichtet sein. Das Problem war einfach das ich über 4 Schrauben eine Seite des Wagens ein wenig mehr gegen die Platte gezogen habe, als die andere. Somit liegen dann die Kugeln deutlich strammer an der Schiene und das ganze System wird schwergängig. Ich habe in der Zeit wirklich alles versucht und das ganze Gestell dann mit einer Maschinenwasserwaage samt Schweißtisch versucht neu auszurichten, allerdings kam ich auf keinen grünen Zweig. @Yamie hatte mir schon prophezeit das es mit 2 Wagen pro Schiene verdammt schwierig wird das ganze sauber auszurichten. Genau das hat allerdings meinen Ehrgeiz geweckt. Da ich erstmal von den vielleicht unsauber gedruckten Spacern ausging, habe ich mir hier Ersatz besorgt / gebaut. Ich habe einen Bekannten angerufen der noch hochfestes 10 mm Alu rumliegen hatte. Daraus hab ich mir dann Adapter gebaut, diese vermessen und eingebaut.
Wie manche wahrscheinlich vermuten hat das genau so wenig funktioniert. Über 4 Schrauben das ganze anzuziehen ist verdammt fummelig und bedarf eigentlich mehr als meine Hobbywerkstatt Daheim hergibt. Da ich auch keine Lust hatte bei uns in der Firma mir die Spacer bauen zu lassen kam mir eine andere Idee.
Ich könnte ja die Spacer mit den Wagen verschrauben und die Platte relativ locker mit einer m5 Schraube im Spacer befestigen. Somit würde ich das Risiko minimieren das ich irgendwie die Platte gegen den Wagen verspanne. Gesagt getan ein M5 Gewinde eingeschnitten und zusätzlich noch ein Gummiring unter die Schraube gelegt sowie 2 Gewindegänge Loctite. Siehe da, es hat funktioniert.
Zusätzlich hab ich schnell noch eine zweite Z Achse eingebaut um auf den X Achsen Linear Mod vorzubereiten.
Fazit:
Im nachhinein muss ich sagen, ich würde das ganze nicht mehr mit 2 Wagen pro Seite machen.
Der Aufwand ist einfach riesig und wahrscheinlich hätte einer völlig ausgereicht und ich hätte wahrscheinlich auch die Probleme mit den verspannten Wagen umgangen.
Dennoch der Drucker ist nun deutlich leiser auf der Y Achse und fährt natürlich auch Stabiler von A nach B.
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